16. Januar 2008

14.-16.01. Santiago de Chile

Am nächsten Tag fuhren wir 1.5h nach Santiago, der letzten Etappe unserer Reise. Obwohl wir nicht viel von dieser Stadt erwartet haben, weil alle sagen, dass sie niemals mit Buenos Aires zu vergleichen ist, hat sie doch auch Ecken mit Charme. Allerdings ist sie tatsächlich dreckig und viele schöne alte Häuser verfallen. Statt dessen subventioniert die Regierung lieber den Kauf von Wohnungen in neuen Wohnblocks, die wie Pilze aus dem Boden schiessen, damit das Stadtzentrum nicht ganz verlassen wird.

Gestern Abend haben wir nochmals richtig gut Fleisch gegessen, vom Holzkohlegrill.
Ein Gast hatte Geburtstag, der Kellner brachte eine Torte und wir haben uns noch gewundert, weil es nur 4 kleine Kerzenstumpen drauf hatte. Er rief durchs ganze Restaurant, Fredy hätte Geburtstag und alle sangen "Cumpleaños feliz". Das Geburtstagskind blies die Kerzen aus, alle applaudierten - und der Kellner stellte die Torte wieder zurück ins Regal. Ich konnte mich kaum mehr halten vor Lachen; es war eine künstliche Torte, wieder verwendbar für alle Gelegenheiten. Unglaublich was es in diesem Land alles gibt!

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14. Januar 2008

11.-14.01. Vîña del Mar - Isla Negra - Valparaiso

Gestern hiess es dann leider Abschied nehmen. Wir hatten einen Reisetag vor uns: erst wieder nach La Serena, dann weiter nach Viña del Mar. Wir haben uns entschieden, dort zu übernachten statt in Valparaíso, denn wir haben ein herrliches Hotel entdeckt. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Das Cap Ducal wurde 1930 auf einem Felsen im Meer gebaut, die Wellen schäumen unter unserem Balkon. Das musste jetzt noch sein um unsere letzten Tage am Pazifik zu geniessen.

Heute sind wir dann früh aufgestanden um nach dem besten Frühstück, das wir bisher auf dieser Reise hatten (und dem mit der schönsten Aussicht) 1.5 Stunden mit dem Bus nach San Antonio zu fahren. Dort gibt es einen famosen Fisch- und Meeresfrüchtemarkt. Auch der Markt ist direkt auf den Felsen gebaut und die Fischabfälle werden direkt an die Pelikane und die Seelöwen verfüttert. Dabei schauen Hunderte von Touristen, meistens Chilenen, zu.

Weiter ging’s dann nach Isla Negra, das keine Insel sondern ein malerischer Ort am Meer ist und vor allem deshalb bekannt, weil das Haus des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda dort steht. Ich würde dort sofort einziehen: Schlafzimmer mit 2 Panoramafenstern aufs Meer, ein grosser Garten über dem felsigen Strand, ein Schiff, mit dem er nie auf dem Meer war, weil er Angst vor dem Meer hatte, das er so liebte, und Sammlungen von fast allem, was sich sammeln lässt: Galionsfiguren, Käfer, Muscheln, Masken, Flaschen und Flaschenschiffe, Landkarten, etc.

Neruda ist 12 Tage nach dem Putsch gestorben und während der Diktatur war das Haus verschlossen, aber zum Glück wurde nichts zerstört. Nun kommen hier im Sommer - wie jetzt - Hunderte von Touristen.

Bilder von Viña del Mar, San Antonio und Isla Negra

Da wir auch dort zu Mittag gegessen hatten, haben wir jetzt gar keinen Hunger mehr. Wir werden uns jetzt gemütlich auf unseren Balkon setzen, eine Flasche Wein trinken und zusehen, wie die Sonne untergeht.

Valparaíso war super, wir waren den ganzen Tag mit Michael unterwegs, für umgerechnet CHF 45. Von morgens 10h bis abends 19.30h sind wir Hügel und Treppen hinauf und hinunter. 1x haben wir einen Bus genommen, der räubermässig durch die Strassen kurvt, das war an und für sich ein Erlebnis, andererseits auch gut, da wir durch Gegenden fuhren, in denen man nicht zu Fuss unterwegs sein möchte.
Es ist wirklich eine geniale Stadt und es sieht aus, wie wenn jemand die bunten Häuser über die Hügel verstreut hätte.

Bilder von Valparaíso

11. Januar 2008

08.-11.01. Pisco Elqui

Am nächsten Tag reisten wir ca. 120km ins grüne Valle de Elqui (Letztes Jahr hat es hier nur 8 Tage geregnet, das Wasser kommt von unterirdischen Flüssen) - in ein kleines Hotel namens Tesoro de Elqui. Darauf haben wir uns schon lange gefreut, denn meine Eltern waren letztes Jahr dort und sie haben so davon geschwärmt. Mit Recht. Die Anlage mit Bungalows, die in einem Blumen- und Obstgarten verstreut sind, einem kleinen Pool mit herrlichem Blick über den Garten auf die kargen Berge ist wirklich ein Paradies und eine erholsame Oase.

Dort gab es 2 Tage Ferien von den Ferien; am Pool liegen, den Vögeln und dem Wind in den Blättern lauschen, lesen oder zusehen, ob die kleine, unentschlossene Wolke sich über den Berggipfel wagt, oder sich doch wieder zurückzieht, und dann wieder mal ein paar Runden schwimmen.... sooo gemütlich. Das Hotel wird von 2 deutschen Mädels geführt, die sind erst 27 und haben das Haus in einem Spontanentscheid vor knapp 3 Jahren übernommen. Man kann es verstehen.

Vorgestern Abend fuhren wir ins Observatorium Mamalluca. Das haben sie gebaut, um die Touristen vom wissenschaftlichen Tololo abzuhalten, damit die dort in Ruhe arbeiten können.
Das war sehr toll, wir sahen Sternhaufen, Sternennebel, den Mars und den Mond. Der war am coolsten, weil man natürlich am meisten sah, jeden Krater und wäre jemand zu Hause gewesen, hätten wir den bestimmt auch gesehen.

Als wir gegen Mitternacht zurück kamen, war die Beach Bar-Einweihungsparty noch im Gange und wir tranken auch noch einen Pisco Sour (das scheint hier das Nationalgetränk zu sein, so was wie Grappa mit Fruchtsaft). Es waren noch ein paar wenige Gäste da, sonst Einheimische und eine der Besitzerinnen, mit denen wir noch eine lustige Zeit verbrachten.

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8. Januar 2008

06.-08.01. La Serena - Humboldt-Nationalpark

Die Reise von San Pedro de Atacama nach La Serena haben wir sehr gut hinter uns gebracht, obwohl sich heraus gestellt hat, dass die tollen Liegesitze nur unten waren, und wir oben normale "Cama-Sitze" hatten. Aber es war immer noch sehr ok, halt statt First Class "nur" Business Class. Unser Reise führte erst durch die Atacama-Wüste bis Calama und Antofagasta (dort wo es vor ein paar Monaten das starke Erdbeben gab. Da die Stadt - immerhin die zweitgrösste Chiles - aber auf Felsen gebaut ist, gab es fast keine Schäden). Dort sahen wir den Pazifik! Es war Samstag Abend und die Menschen badeten und flanierten.
Wir schliefen dann bald und als wir am nächsten Morgen gegen 8h erwachten und doch etwa 600km gefahren waren, sah die Landschaft draussen immer noch gleich aus! Unglaublich, oder?

2 Stunden später erreichten wir La Serena, die zweitälteste Stadt Chiles, wo wir in einem herzigen, farbenfrohen, von Deutschen geführten Hostal unterkamen. Ein Bürgermeister in den 40er Jahren hatte erlassen, dass alle neuen Häuser im neokolonialen Stil gebaut werden mussten, deshalb sieht die Stadt sehr intakt aus. Wir besuchten das historische Museum, in dem unter anderem eine 3m-Figur von Rapa Nui (Osterinsel) ausgestellt war. Diese war schon in Ausstellungen nach Bordeaux, Paris und Mailand gereist. In Bordeaux ist ihr der Kopf abgebrochen, aber sie konnte geflickt werden ;-)

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Isla Choros und Isla Damas auf dem Programm. Dort kann man Kaktusse und Pinguine sehen, am einzigen Ort auf der Welt. Die Humbolt-Pinguine sind nach dem kalten Meeresstrom benannt, die eben möglich machen, dass sie so weit nördlich leben. Auch sonst sahen jede Menge Tiere. Seelöwen (im Gegensatz zu den auf der nördlichen Halbkugel vorkommenden Seehunde haben sie sichtbare Ohren) Kormorane, Seeotter und - Delfine!

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5. Januar 2008

01.-05.01. San Pedro de Atacama - Valle de la luna - Lagunen - Geysire

Da der Bus nach San Pedro de Atacama in Chile unabhängig von Feiertagen nur Dienstag und Freitag fährt, mussten wir am Neujahrsmorgen schon um 7h losfahren. Es war eine wunderschöne Reise über Hochebenen und Pässe und der Chilenische Bus war um einiges besser als der argentinische Standard. Mitten in der Pampa war der argentinische Grenzübergang, erst ca. 2h später der chilenische Zoll in San Pedro de Atacama, wo Pässe und Gepäck demonstrativ geprüft wurden. San Pedro ist ein winziges Dorf mitten in einem der trockensten Gebiete der Erde (die trockenste Gegend liegt eine Bergkette weiter gegen das Meer, dort hat es seit17 Jahren nicht mehr geregnet). Alle Häuser sind aus Lehmziegel gebaut und die Strassen sind unbefestigt. Es ist extrem touristisch (es scheint fast nur aus Unterkünften, Restaurants, Reiseagenturen und Souvenir- und Handwerksläden zu bestehen) und es herrscht eine locker-heitere Stimmung.

Bilder von San Pedro de Atacama

Von hier aus haben wir die 3 klassischen Ausflüge gemacht.

Im Valle de la Luna kann man über Dünen und Schluchten wandern und in einer mondkraterartigen Landschaft den Sonnenuntergang mit hundert anderen Touristen geniessen.

Bilder Valle de la Luna

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum hiesigen, drittgrössten Salzsee der Welt auf dem Programm (nach Uyuni nicht weit von hier in Bolivien und dem Salt Lake in Utah). Dort kann man Flamingos und Vulkane sehen, die sich im Wasser spiegeln. Nach einem Frühstück am See fuhren wir in den Altiplano, wo wir auf 4200m einen 60 minütigen Spaziergang zu 2 Lagunen machten (war wegen der Höhe anstrengender als es tönt). Auch dort gab es Vicuñas und Füchse zu sehen. Ein köstliches Picknick vervollständigte die Idylle. Auf dem Rückweg besuchten wir eine Oase, im Regen - hier, wo es nur 5 Regentage im Jahr gibt!

Bilder Salar und Lagunen

Heute mussten wir um 3.30h aufstehen, um über eine Rumpelstrasse 2.5 Stunden zu einem Geysir-Feld auf 4400m Höhe zu fahren. Dort mussten wir mit bis zu 10 Grad unter Null rechnen, aber da es bewölkt war, kamen wir gut weg. Aufs Baden in einem der grösseren Becken haben wir dann aber doch verzichtet. Auf dem Nachhauseweg besuchten wir das winzige Dorf Machuca mit einer malerischen Kirche und Lamafleisch-Spiessen, die sich verkauften wie heisse Weggli.

Bilder Geyser del Tatio

Nach einer Siesta haben wir die verbleibende Zeit San Pedro genossen.

31. Dezember 2007

27.12.-01.01. Salta - Quebrada de Humahuaca - Tren a las Nubes - Cafayate

Von Salta aus haben wir 3 Tage Exkursionen gemacht.

Am 28. fuhren wir in die Unesco geschützte Quebrada de Humahuaca. Dieses Tal ist berühmt für seine vielfarbigen Felsformationen, die von verscheidenen Mineralien und Erzen hervorgebracht wurden. Zudem gibt es eine mittelprächtige Ruine und ein paar malerische Dörfechen. In Humahuaca werden die jungen Leute in Tourismus und Handwerk ausgebildet, um zu verhindern, dass sie in die Städte ziehen. Die Attraktion dort ist ein lebensgrosser hölzerner Heiliger, der Punkt 12h aus einer Tür am Cabildo (Ratshaus) tritt und die wartende und fotografierende Menge segnet. Zudem überquerten wir den Wendekreis des Steinbocks.

Bilder Salta und Quebrada de Humahuaca

Am 29. fuhren wir mit dem Auto entlang der berühmten Zugsstrecke Tren a las Nubes. Die Strecke wird im März nach 2 Jahren Instandsetzung wieder in Betrieb genommen, fährt aber sowieso nur im argentinischen Winter. Aber mit dem Auto konnte man die eindrücklichen Brücken, Viadukte und Spitzkehren sehen; Beat fotografierte fleissig. In San Antonio de Cobre, der Bergstation, gab es Mittagessen, dann fuhren wir über endlose Altiplanowüste bis zum Salzsee Salinas Grandes der strahlend weiss in dieser Hochebene liegt. Das Salz wird heute zu industriellen Zwecken gewonnen. Früher brauchten die Einheimischen es als Speisesalz, da es aber kein Jod enthält, hatten die älteren Menschen häufig Kröpfe. Es gibt dort auch ein fixfertiges Restaurant aus Salzquadern gebaut; allerdings ist es geschlossen, weil noch keine Betriebsbewilligung vorliegt. An diesem Tag sahen wir über 70 Vicuñas, die wilde Variante der Alpacas (die Lamas stammen von den wilden Guanacos ab; alles sind südamerikanische Kamelrassen). Auf dem Rückweg nach dem Überqueren des über 4200m hohen Passes fuhren wir statt über die Autobahn durch den Regenwald nach Salta zurück. Der Kontrast zu der kargen Landschaft des Altiplano hätte nicht grösser sein können.

Bilder Tren a las Nubes und Salinas Grandes

Am 30. schliesslich unternahmen wir eine Fahrt durch einen weiteren Canyon nach Cafayate, einem Dorf in einem kleinen Weingebiet. In diesen Bergen gibt es allerlei Felsen, in denen man z.B. eine Kröte, die untergehende Titanic oder eine Ente erkennen kann. Weitere Höhepunkte sind ein natürliches Amphitheater mit einer Akustik, die 60% des Teatro Colón in Buenos Aires erreichen soll und eine Teufelsschlucht.

Bilder Quebrada de Cafayate

Den 31. Dezember verbrachten wir dann noch mit der Besichtigung von Salta. Neben vielen gut erhaltenen Kolonialbauten gibt es dort ein 2006 eröffnetes, modernes Museum, das die Geschichte und Auffindung dreier Kindermumien beschreibt, die unterhalb eines Vulkangipfels von den Incas geopfert wurden Da sie erst 1999 entdeckt wurden, ist ihnen das Schicksal früher Funde erspart geblieben, die verkauft und schlecht konserviert wurden. Haut und alle Organe sind dank den guten Verhältnissen ihrer Grabstätte extrem gut erhalten (geringer Druck, keine Mikroben, wenig zersetzender Sauerstoff) und zudem wurden sie natürlich nach neuesten Erkenntnissen behandelt und untersucht. 2 der Mumien sind im Museum ausgestellt.

Den Jahresübergang haben wir in Salta, Argentinien, in einer Peña gefeiert. Das ist so eine Art Folkloreclub, wo es eine gute Mischung aus Einheimischen und Touristen gab. Es gab Essen und Show und um Mitternacht haben alle miteinander angestossen.

27. Dezember 2007

24.-27.12. Tucumán - Taffi del Valle

Am 24. standen uns dann weihnachtliche 10 Stunden Busfahrt bevor, die wir aber in 9 Stunden meisterten, so dass wir um 20.30h im Hotel in Tucumán ankamen. Wir hatten Hunger, mussten uns aber sagen lassen, dass jetzt nirgendwo etwas zu machen sei. Vom 24.12, 18.00h bis 25.12, 18.00h ist Feiertag und zwar total. Wir konnten grad noch in einem Kiosk ein paar Kekse kaufen, und das war es dann. Also war das unser Weihnachtsmahl und statt Tannenbaum gab es Forrest Gump im Fernsehen. Wir dachten schon etwas wehmütig an unsere Familien und Freunde, so ganz alleine in der Ferne.... ;-(

Auch am 25. konnten wir dementsprechend nichts Grossartiges unternehmen, ein Spaziergang durch die Altstadt und den Park, lesen....

Aber am Abend genossen wir es umso mehr, nach 3 Tagen wieder etwas Herzhaftes zwischen die Zähne zu bekommen, das könnt ihr uns glauben....

Am 26. machten wir dann einen Ausflug mit einem Privatchauffeur ins 100km entfernte Tafí del Valle, ein wunderbar gelegenes Dorf auf 2100m Höhe, wo sozusagen immer die Sonne scheint. Nur heute hatte sie sich ganz untypischerweise hinter dicken Wolken versteckt, doch immerhin regnete es nicht wie in Tucumán und auf der Fahrt dorthin.

Es gab im Wesentlichen 2 Attraktionen: eine Sammlung von Menhiren und eine weitere Estancia Jesuítica. Beiden Orten übersetzte ich für 2 Schweizer, von denen der eine kaum, und der andere gar kein Spanisch konnte. Dafür wurden wir dann sehr nett zum Mittagessen eingeladen. Nach einem fast hoffnungslosen Hoffungslauf durch die touristische Dorfstrasse fuhren wir dann wieder in den Regen hinunter.

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24. Dezember 2007

20.-24.12. Córdoba - Alta Gracia

Wir fanden Rosario ok, aber vom Hocker gerissen hat es uns nicht. Dafür finden wir Córdoba toll, wo wir heute angekommen sind. Viel haben wir zwar noch nicht gesehen. Als wir nach fast 7 Stunden Busfahrt angekommen sind, nahmen wir das Taxi zum Hostal, mussten dort aber feststellen, dass wir nicht in dieser zentralen, im Führer über alles gelobte Unterkunft gebucht hatten. Als ich gemailt hatte, hatte ich die Adresse von einem Flyer genommen, den uns mein Vater abgegeben hatte. Da sie im Schönen leider nichts frei hatten, fuhren wir in das andere. Zum Glück verlangte ich dort das Zimmer zu sehen, es war nämlich überhaupt nicht toll. Die legen es voll darauf an, von Verwechslungen zu profitieren, in dem sie nämlich auch das Logo imitieren und einfach Welcome dazu schreiben. Also nahmen wir das dritte Taxi und wollten jetzt einfach kein Risiko eingehen, sondern einfach eine Unterkunft finden. Deshalb fuhren wir zu einem Hotel in der eher teureren Preisklasse. Da hatten sie nur noch eine Suite frei, aber wir verhandelten den Preis und bekamen für bar und ohne Rechnung 25% Preisnachlass. Was sie mit dem Geld dann machen, ist uns egal.

Wir hatten fast kein Bargeld mehr, deshalb empfahl uns die Rezeption, uns unbedingt noch genügend zu beschaffen. Nach dem Wochenende stehen die 2 Feiertage an, und da würden alle Geld holen, weil die Bancomaten nicht aufgefüllt würden. Wir gingen also ins nahe gelegende Einkaufszentrum und tatsächlich gab es dort saulange Schlangen. Wir standen an und bezogen jeder 4x Geld, da man ja nur ca. 100 CHF aufs Mal beziehen kann. Nun sind wir ausgerüstet und für Córdoba bereit.

Wir gingen kurz in die Fussgängerzone um etwas zu trinken, und was wir da gesehen haben, hat uns gefallen. Alte, gut instand gesetzte Gebäude, viele Kaffees, Studierende... Wir sind gespannt. Erst mal sind wir aber zurück ins Hotel, denn - ES REGNET! So was.... Wir haben am Bus-Bahnhof auch gleich die Tickets für die nächsten Weiterfahrten gekauft, denn am von uns geplanten Abreisetag ist schon alles ausgebucht. Wir haben nun für den 23.12. bei einer anderen Gesellschaft Schlafplätze nach Tucumán (Cama, es gibt auch Semicama, da sind dann 4 statt 3 Sitze in einer Reihe) gebucht, und auch nur in der 2. Reihe, aber da wir ja nachts fahren, ist es egal. Und von Tucumán nach Salta haben wir auch grad gebucht, nur um 10.45h waren unsere Lieblingssitze vorne oben noch frei. Und diese Fahrt soll sich lohnen, also wollen wir schon vorne sitzen. Es ist nämlich ziemlich gemütlich und man hat eine tolle Übersicht, z.B. sieht man die Rindertransporte von oben und kann sich denken, dass die Rinder unruhig zur Schlachtbank gefahren werden, damit wir nachher Lomo essen können.

Córdoba hat uns im Gegensatz zu meinen Eltern sehr gut gefallen (dafür ging bei uns die Begeisterung für Rosario ja nicht ganz so hoch - wie gut dass nicht alle gleich sind). Am ersten Tag besichtigten wir die Stadt, es gibt einige alte Bauwerke (so ab 16 Jh), vor allem die älteste Universität des Landes, die ein Teil des Jesuitischen Gevierts ist, welches unter Unesco Kulturgut steht. Das hindert die Tauben allerdings nicht daran, auf diesen alten Gemäuern rumzusitzen und auf gutmütige Touristinnen wie mich zu warten. Ich schaute gerade etwas im Reiseführer nach, als mir etwas Heisses auf den Rücken klatschte - wie eklig!!! Zum Glück durften wir eine Toilette benutzen und zum Glück musste ich dort nur mein T-shirt unter dem Wasserhahn waschen und nicht grad die Haare. Beat putzte mir den Rücken, als ordentliche Schweizer waren wir mit ausreichend Feuchttüchlein ausgerüstet. Das passiert auch wirklich wieder mir - grummel!
Gegen Abend machen wir eine Führung, wir waren die einzigen 2 Gäste und konnten wirklich profitieren. Grad vor dem grossen Regen konnten wir noch unsere Wäsche abholen und uns ins Hotel retten.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Alta Gracia. In der etwa 1h von Córdoba entfernten Kleinstadt gibt es ein Museum von Che Guevara, da er dort wegen seines Asthmas mit seiner Familie ein paar Jahre seiner Kindheit verbracht hat. Sogar Fidel Castro und Hugo Chávez haben das Haus vor 2 Jahren besucht.... Da wir hörten, dass die Estancia Jesuítica nur noch eine Stunde offen sei, fragten wir ein Paar, das sich den Weg erklären liess, ob sie uns im Auto mit hinunter ins Zentrum nehmen würden
Das war kein Problem, und dank dieser Mobilität konnten wir noch mehr profitieren. Es galt nämlich noch der letzte Tag Winteröffungszeit, was bedeutete, dass die Estancia doch schon Mittagspause hatte. Aber im Wagen der Argentinier fuhren wir mit ihnen ins Museum Manuel de Falla, wo der Komponist nach dem spanischen Bürgerkrieg seine letzten Lebensjahre verbracht hatte (im Gegensatz zum asthmatischen Ernestito wurde ihm die Gegend wegen seines Tuberkulose-Leidens empfohlen).
Wir assen dann mit Marilena und Dario und verbrachten so eine gemütliche Zeit bis die Estancia wieder öffnete. Es war sehr angenehm und wir erfuhren Einiges über Argentinien aus der Sicht des intelektuellen Mittelstandes.
Zurück in Córdoba assen wir am Abend wieder auf der Terrasse im 1.Stock unseres alternativen Lieblingsrestaurants, von der aus sich heute abend eine besondere Attraktion bot, da wir nämlich Aussicht auf den Flohmarkt hatten. Das war sehr kurzweilig und lustig.

Am anderen Tag packten wir alles für die Nachtfahrt nach Tucumán, doch nach dem Frühstuck war es Beat ganz übel übel (keine Details) und das zog sich über den Tag hin. Gegen 18h mussten wir einsehen, dass eine Nacht im Bus nicht das Gelbe vom Ei sein würde und ich verlängerte unser Zimmer um einen Tag, fuhr zum Busbahnhof wo ich unsere Fahrkarten gegen die letzte Reisemöglichkeit vor Weihnachten für den nächsten Tag um 12h tauschte und Cola und Salzgebäck kaufte. Den Abend verbrachten wir dann vor dem TV.

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20. Dezember 2007

18.-20.12. Rosario

Von Buenos Aires sind wir nach Rosario gefahren (für Fussball-Interessierte: dort kommt der FCB-Goalie Franco Costanzo her).

Die drittgrösste Stadt Argentiniens liegt am Paraná-Fluss. Dort baden die Leute drin, auch wenn er für unser Empfinden sehr schmutzig aussieht und neben Kanus und Optimisten auch grosse Frachtschiffe (meistens rostig) darauf fahren. Wir haben ein paar Stunden in einem Kaffee am Sandstrand verbracht. Es war lustig, den Menschen zuzuschauen. Erstens drängen sie sich alle so nah wie möglich am Wasser, obwohl es hinter ihnen genügend Platz hätte. Und das, obwohl es keinen Schatten gibt und nur die wenigsten Sonnenschirme dabei haben. Sie sind gnadenlos braun gebrannt. Es gab auch ein paar Prachtexemplare des Feuerzeug-Argentiniers zu bestaunen (frei nach dem Witz: - Hast du Feuer für mich? - Moment [der Gefragte tastet alle Taschen an seinem Körper ab]- nein leider nicht, aber Mann, hab ich einen tollen Körper). Hin und zurück zu diesem Strand im Norden der Stadt nahmen wir den Bus; wir wussten, dass es die Nr. 153 war, aber nicht, wo er fuhr. Wir fragten 6 Personen, inkl. 2 Busticketverkauferinnen und einen Buschauffeur, bis uns ein Passagier sagen konnte, wo wir den Bus nehmen mussten. Auch auf dem Rückweg mussten wir fragen, da es ausserhalb des Zentrums keine beschilderten Stationen gibt. Diesmal hatten wir aber mehr Glück und die erste Frau wusste gleich Bescheid.

Essen waren wir gestern Abend in einem Lokal, welches uns meine Eltern empfohlen hatten: es ist ziemlich gross, war aber bis auf den letzten Platz ausverkauft. Was sie dort an Fleisch verbrauchen an einem Tag, möchte ich lieber nicht wissen.... Berge!!!! Schon die einzelnen Portionen sind einfach riesig. Und es gibt alles zu haben, auch sämtliche Innereien.

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18. Dezember 2007

12.-18.12. Buenos Aires

Seit dem 12. Dezember sind wir in Buenos Aires. Die Stadt ist sehr toll, grosszügig und sehr grün.

Abends wird sie aber eine einzige Abfallhalde, es ist unvollstellbar. Man muss fast über den Abfall steigen, denn die Säcke sind offen und alles fliegt herum. Dann kommen aber die armen Leute und trennen den Abfall, machen Stapel mit Karton und mit Petflaschen, etc. Diese werden dann mit Güterzügen abtransportiert und wohl recyclet.

Aber es ist ohne Zweifel eine tolle Stadt, in der man sich gleich wohlfühlt und gut zurechtfindet.

Wenn man von Miami kommt, ist alles unglaublich billig. Dennoch haben wir herausgefunden, dass wir mit unseren Postcards nur max. 300 Pesos, also nur etwa rund CHF 100 aufs Mal beziehen können. Das ist eher umständlich, obwohl es natürlich weiter reicht, als es das in der Schweiz tun würde.

Bisher waren wir mit unseren Eltern unterwegs. Sie konnten uns grad eine Einführung in die Praxis vor Ort geben. Sie haben ja nun umfassende Südamerika-Erfahrung. Am 14. sind sie nachmittags zurückgeflogen. Wenn man mal die Rückreise angetreten hat, ist es ja auch wieder schön, nach Hause zu kommen.... ;-)

Am 15. haben wir das Recoleta-Quartier besichtigt und für den Abend die obligatorische Tango-Show gebucht: Michelangelo, die wurde uns von mehreren Seiten empfohlen und war auch sehenswert.

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