Wir fanden Rosario ok, aber vom Hocker gerissen hat es uns nicht. Dafür finden wir
Córdoba toll, wo wir heute angekommen sind. Viel haben wir zwar noch nicht gesehen. Als wir nach fast 7 Stunden Busfahrt angekommen sind, nahmen wir das Taxi zum Hostal, mussten dort aber feststellen, dass wir nicht in dieser zentralen, im Führer über alles gelobte Unterkunft gebucht hatten. Als ich gemailt hatte, hatte ich die Adresse von einem Flyer genommen, den uns mein Vater abgegeben hatte. Da sie im Schönen leider nichts frei hatten, fuhren wir in das andere. Zum Glück verlangte ich dort das Zimmer zu sehen, es war nämlich überhaupt nicht toll. Die legen es voll darauf an, von Verwechslungen zu profitieren, in dem sie nämlich auch das Logo imitieren und einfach Welcome dazu schreiben. Also nahmen wir das dritte Taxi und wollten jetzt einfach kein Risiko eingehen, sondern einfach eine Unterkunft finden. Deshalb fuhren wir zu einem
Hotel in der eher teureren Preisklasse. Da hatten sie nur noch eine Suite frei, aber wir verhandelten den Preis und bekamen für bar und ohne Rechnung 25% Preisnachlass. Was sie mit dem Geld dann machen, ist uns egal.
Wir hatten fast kein Bargeld mehr, deshalb empfahl uns die Rezeption, uns unbedingt noch genügend zu beschaffen. Nach dem Wochenende stehen die 2 Feiertage an, und da würden alle Geld holen, weil die Bancomaten nicht aufgefüllt würden. Wir gingen also ins nahe gelegende Einkaufszentrum und tatsächlich gab es dort saulange Schlangen. Wir standen an und bezogen jeder 4x Geld, da man ja nur ca. 100 CHF aufs Mal beziehen kann. Nun sind wir ausgerüstet und für Córdoba bereit.
Wir gingen kurz in die Fussgängerzone um etwas zu trinken, und was wir da gesehen haben, hat uns gefallen. Alte, gut instand gesetzte Gebäude, viele Kaffees, Studierende... Wir sind gespannt. Erst mal sind wir aber zurück ins Hotel, denn - ES REGNET! So was.... Wir haben am Bus-Bahnhof auch gleich die Tickets für die nächsten Weiterfahrten gekauft, denn am von uns geplanten Abreisetag ist schon alles ausgebucht. Wir haben nun für den 23.12. bei einer anderen Gesellschaft Schlafplätze nach Tucumán (Cama, es gibt auch Semicama, da sind dann 4 statt 3 Sitze in einer Reihe) gebucht, und auch nur in der 2. Reihe, aber da wir ja nachts fahren, ist es egal. Und von Tucumán nach Salta haben wir auch grad gebucht, nur um 10.45h waren unsere Lieblingssitze vorne oben noch frei. Und diese Fahrt soll sich lohnen, also wollen wir schon vorne sitzen. Es ist nämlich ziemlich gemütlich und man hat eine tolle Übersicht, z.B. sieht man die Rindertransporte von oben und kann sich denken, dass die Rinder unruhig zur Schlachtbank gefahren werden, damit wir nachher Lomo essen können.
Córdoba hat uns im Gegensatz zu meinen Eltern sehr gut gefallen (dafür ging bei uns die Begeisterung für Rosario ja nicht ganz so hoch - wie gut dass nicht alle gleich sind). Am ersten Tag besichtigten wir die Stadt, es gibt einige alte Bauwerke (so ab 16 Jh), vor allem die älteste Universität des Landes, die ein Teil des Jesuitischen Gevierts ist, welches unter Unesco Kulturgut steht. Das hindert die Tauben allerdings nicht daran, auf diesen alten Gemäuern rumzusitzen und auf gutmütige Touristinnen wie mich zu warten. Ich schaute gerade etwas im Reiseführer nach, als mir etwas Heisses auf den Rücken klatschte - wie eklig!!! Zum Glück durften wir eine Toilette benutzen und zum Glück musste ich dort nur mein T-shirt unter dem Wasserhahn waschen und nicht grad die Haare. Beat putzte mir den Rücken, als ordentliche Schweizer waren wir mit ausreichend Feuchttüchlein ausgerüstet. Das passiert auch wirklich wieder mir - grummel!
Gegen Abend machen wir eine Führung, wir waren die einzigen 2 Gäste und konnten wirklich profitieren. Grad vor dem grossen Regen konnten wir noch unsere Wäsche abholen und uns ins Hotel retten.
Am nächsten Tag fuhren wir nach
Alta Gracia. In der etwa 1h von Córdoba entfernten Kleinstadt gibt es ein
Museum von Che Guevara, da er dort wegen seines Asthmas mit seiner Familie ein paar Jahre seiner Kindheit verbracht hat. Sogar Fidel Castro und Hugo Chávez haben das Haus vor 2 Jahren besucht.... Da wir hörten, dass die
Estancia Jesuítica nur noch eine Stunde offen sei, fragten wir ein Paar, das sich den Weg erklären liess, ob sie uns im Auto mit hinunter ins Zentrum nehmen würden
Das war kein Problem, und dank dieser Mobilität konnten wir noch mehr profitieren. Es galt nämlich noch der letzte Tag Winteröffungszeit, was bedeutete, dass die Estancia doch schon Mittagspause hatte. Aber im Wagen der Argentinier fuhren wir mit ihnen ins
Museum Manuel de Falla, wo der Komponist nach dem spanischen Bürgerkrieg seine letzten Lebensjahre verbracht hatte (im Gegensatz zum asthmatischen Ernestito wurde ihm die Gegend wegen seines Tuberkulose-Leidens empfohlen).
Wir assen dann mit Marilena und Dario und verbrachten so eine gemütliche Zeit bis die Estancia wieder öffnete. Es war sehr angenehm und wir erfuhren Einiges über Argentinien aus der Sicht des intelektuellen Mittelstandes.
Zurück in Córdoba assen wir am Abend wieder auf der Terrasse im 1.Stock unseres alternativen Lieblingsrestaurants, von der aus sich heute abend eine besondere Attraktion bot, da wir nämlich Aussicht auf den Flohmarkt hatten. Das war sehr kurzweilig und lustig.
Am anderen Tag packten wir alles für die Nachtfahrt nach Tucumán, doch nach dem Frühstuck war es Beat ganz übel übel (keine Details) und das zog sich über den Tag hin. Gegen 18h mussten wir einsehen, dass eine Nacht im Bus nicht das Gelbe vom Ei sein würde und ich verlängerte unser Zimmer um einen Tag, fuhr zum Busbahnhof wo ich unsere Fahrkarten gegen die letzte Reisemöglichkeit vor Weihnachten für den nächsten Tag um 12h tauschte und Cola und Salzgebäck kaufte. Den Abend verbrachten wir dann vor dem TV.
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