16. Januar 2008

14.-16.01. Santiago de Chile

Am nächsten Tag fuhren wir 1.5h nach Santiago, der letzten Etappe unserer Reise. Obwohl wir nicht viel von dieser Stadt erwartet haben, weil alle sagen, dass sie niemals mit Buenos Aires zu vergleichen ist, hat sie doch auch Ecken mit Charme. Allerdings ist sie tatsächlich dreckig und viele schöne alte Häuser verfallen. Statt dessen subventioniert die Regierung lieber den Kauf von Wohnungen in neuen Wohnblocks, die wie Pilze aus dem Boden schiessen, damit das Stadtzentrum nicht ganz verlassen wird.

Gestern Abend haben wir nochmals richtig gut Fleisch gegessen, vom Holzkohlegrill.
Ein Gast hatte Geburtstag, der Kellner brachte eine Torte und wir haben uns noch gewundert, weil es nur 4 kleine Kerzenstumpen drauf hatte. Er rief durchs ganze Restaurant, Fredy hätte Geburtstag und alle sangen "Cumpleaños feliz". Das Geburtstagskind blies die Kerzen aus, alle applaudierten - und der Kellner stellte die Torte wieder zurück ins Regal. Ich konnte mich kaum mehr halten vor Lachen; es war eine künstliche Torte, wieder verwendbar für alle Gelegenheiten. Unglaublich was es in diesem Land alles gibt!

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14. Januar 2008

11.-14.01. Vîña del Mar - Isla Negra - Valparaiso

Gestern hiess es dann leider Abschied nehmen. Wir hatten einen Reisetag vor uns: erst wieder nach La Serena, dann weiter nach Viña del Mar. Wir haben uns entschieden, dort zu übernachten statt in Valparaíso, denn wir haben ein herrliches Hotel entdeckt. Unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Das Cap Ducal wurde 1930 auf einem Felsen im Meer gebaut, die Wellen schäumen unter unserem Balkon. Das musste jetzt noch sein um unsere letzten Tage am Pazifik zu geniessen.

Heute sind wir dann früh aufgestanden um nach dem besten Frühstück, das wir bisher auf dieser Reise hatten (und dem mit der schönsten Aussicht) 1.5 Stunden mit dem Bus nach San Antonio zu fahren. Dort gibt es einen famosen Fisch- und Meeresfrüchtemarkt. Auch der Markt ist direkt auf den Felsen gebaut und die Fischabfälle werden direkt an die Pelikane und die Seelöwen verfüttert. Dabei schauen Hunderte von Touristen, meistens Chilenen, zu.

Weiter ging’s dann nach Isla Negra, das keine Insel sondern ein malerischer Ort am Meer ist und vor allem deshalb bekannt, weil das Haus des chilenischen Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda dort steht. Ich würde dort sofort einziehen: Schlafzimmer mit 2 Panoramafenstern aufs Meer, ein grosser Garten über dem felsigen Strand, ein Schiff, mit dem er nie auf dem Meer war, weil er Angst vor dem Meer hatte, das er so liebte, und Sammlungen von fast allem, was sich sammeln lässt: Galionsfiguren, Käfer, Muscheln, Masken, Flaschen und Flaschenschiffe, Landkarten, etc.

Neruda ist 12 Tage nach dem Putsch gestorben und während der Diktatur war das Haus verschlossen, aber zum Glück wurde nichts zerstört. Nun kommen hier im Sommer - wie jetzt - Hunderte von Touristen.

Bilder von Viña del Mar, San Antonio und Isla Negra

Da wir auch dort zu Mittag gegessen hatten, haben wir jetzt gar keinen Hunger mehr. Wir werden uns jetzt gemütlich auf unseren Balkon setzen, eine Flasche Wein trinken und zusehen, wie die Sonne untergeht.

Valparaíso war super, wir waren den ganzen Tag mit Michael unterwegs, für umgerechnet CHF 45. Von morgens 10h bis abends 19.30h sind wir Hügel und Treppen hinauf und hinunter. 1x haben wir einen Bus genommen, der räubermässig durch die Strassen kurvt, das war an und für sich ein Erlebnis, andererseits auch gut, da wir durch Gegenden fuhren, in denen man nicht zu Fuss unterwegs sein möchte.
Es ist wirklich eine geniale Stadt und es sieht aus, wie wenn jemand die bunten Häuser über die Hügel verstreut hätte.

Bilder von Valparaíso

11. Januar 2008

08.-11.01. Pisco Elqui

Am nächsten Tag reisten wir ca. 120km ins grüne Valle de Elqui (Letztes Jahr hat es hier nur 8 Tage geregnet, das Wasser kommt von unterirdischen Flüssen) - in ein kleines Hotel namens Tesoro de Elqui. Darauf haben wir uns schon lange gefreut, denn meine Eltern waren letztes Jahr dort und sie haben so davon geschwärmt. Mit Recht. Die Anlage mit Bungalows, die in einem Blumen- und Obstgarten verstreut sind, einem kleinen Pool mit herrlichem Blick über den Garten auf die kargen Berge ist wirklich ein Paradies und eine erholsame Oase.

Dort gab es 2 Tage Ferien von den Ferien; am Pool liegen, den Vögeln und dem Wind in den Blättern lauschen, lesen oder zusehen, ob die kleine, unentschlossene Wolke sich über den Berggipfel wagt, oder sich doch wieder zurückzieht, und dann wieder mal ein paar Runden schwimmen.... sooo gemütlich. Das Hotel wird von 2 deutschen Mädels geführt, die sind erst 27 und haben das Haus in einem Spontanentscheid vor knapp 3 Jahren übernommen. Man kann es verstehen.

Vorgestern Abend fuhren wir ins Observatorium Mamalluca. Das haben sie gebaut, um die Touristen vom wissenschaftlichen Tololo abzuhalten, damit die dort in Ruhe arbeiten können.
Das war sehr toll, wir sahen Sternhaufen, Sternennebel, den Mars und den Mond. Der war am coolsten, weil man natürlich am meisten sah, jeden Krater und wäre jemand zu Hause gewesen, hätten wir den bestimmt auch gesehen.

Als wir gegen Mitternacht zurück kamen, war die Beach Bar-Einweihungsparty noch im Gange und wir tranken auch noch einen Pisco Sour (das scheint hier das Nationalgetränk zu sein, so was wie Grappa mit Fruchtsaft). Es waren noch ein paar wenige Gäste da, sonst Einheimische und eine der Besitzerinnen, mit denen wir noch eine lustige Zeit verbrachten.

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8. Januar 2008

06.-08.01. La Serena - Humboldt-Nationalpark

Die Reise von San Pedro de Atacama nach La Serena haben wir sehr gut hinter uns gebracht, obwohl sich heraus gestellt hat, dass die tollen Liegesitze nur unten waren, und wir oben normale "Cama-Sitze" hatten. Aber es war immer noch sehr ok, halt statt First Class "nur" Business Class. Unser Reise führte erst durch die Atacama-Wüste bis Calama und Antofagasta (dort wo es vor ein paar Monaten das starke Erdbeben gab. Da die Stadt - immerhin die zweitgrösste Chiles - aber auf Felsen gebaut ist, gab es fast keine Schäden). Dort sahen wir den Pazifik! Es war Samstag Abend und die Menschen badeten und flanierten.
Wir schliefen dann bald und als wir am nächsten Morgen gegen 8h erwachten und doch etwa 600km gefahren waren, sah die Landschaft draussen immer noch gleich aus! Unglaublich, oder?

2 Stunden später erreichten wir La Serena, die zweitälteste Stadt Chiles, wo wir in einem herzigen, farbenfrohen, von Deutschen geführten Hostal unterkamen. Ein Bürgermeister in den 40er Jahren hatte erlassen, dass alle neuen Häuser im neokolonialen Stil gebaut werden mussten, deshalb sieht die Stadt sehr intakt aus. Wir besuchten das historische Museum, in dem unter anderem eine 3m-Figur von Rapa Nui (Osterinsel) ausgestellt war. Diese war schon in Ausstellungen nach Bordeaux, Paris und Mailand gereist. In Bordeaux ist ihr der Kopf abgebrochen, aber sie konnte geflickt werden ;-)

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Isla Choros und Isla Damas auf dem Programm. Dort kann man Kaktusse und Pinguine sehen, am einzigen Ort auf der Welt. Die Humbolt-Pinguine sind nach dem kalten Meeresstrom benannt, die eben möglich machen, dass sie so weit nördlich leben. Auch sonst sahen jede Menge Tiere. Seelöwen (im Gegensatz zu den auf der nördlichen Halbkugel vorkommenden Seehunde haben sie sichtbare Ohren) Kormorane, Seeotter und - Delfine!

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5. Januar 2008

01.-05.01. San Pedro de Atacama - Valle de la luna - Lagunen - Geysire

Da der Bus nach San Pedro de Atacama in Chile unabhängig von Feiertagen nur Dienstag und Freitag fährt, mussten wir am Neujahrsmorgen schon um 7h losfahren. Es war eine wunderschöne Reise über Hochebenen und Pässe und der Chilenische Bus war um einiges besser als der argentinische Standard. Mitten in der Pampa war der argentinische Grenzübergang, erst ca. 2h später der chilenische Zoll in San Pedro de Atacama, wo Pässe und Gepäck demonstrativ geprüft wurden. San Pedro ist ein winziges Dorf mitten in einem der trockensten Gebiete der Erde (die trockenste Gegend liegt eine Bergkette weiter gegen das Meer, dort hat es seit17 Jahren nicht mehr geregnet). Alle Häuser sind aus Lehmziegel gebaut und die Strassen sind unbefestigt. Es ist extrem touristisch (es scheint fast nur aus Unterkünften, Restaurants, Reiseagenturen und Souvenir- und Handwerksläden zu bestehen) und es herrscht eine locker-heitere Stimmung.

Bilder von San Pedro de Atacama

Von hier aus haben wir die 3 klassischen Ausflüge gemacht.

Im Valle de la Luna kann man über Dünen und Schluchten wandern und in einer mondkraterartigen Landschaft den Sonnenuntergang mit hundert anderen Touristen geniessen.

Bilder Valle de la Luna

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum hiesigen, drittgrössten Salzsee der Welt auf dem Programm (nach Uyuni nicht weit von hier in Bolivien und dem Salt Lake in Utah). Dort kann man Flamingos und Vulkane sehen, die sich im Wasser spiegeln. Nach einem Frühstück am See fuhren wir in den Altiplano, wo wir auf 4200m einen 60 minütigen Spaziergang zu 2 Lagunen machten (war wegen der Höhe anstrengender als es tönt). Auch dort gab es Vicuñas und Füchse zu sehen. Ein köstliches Picknick vervollständigte die Idylle. Auf dem Rückweg besuchten wir eine Oase, im Regen - hier, wo es nur 5 Regentage im Jahr gibt!

Bilder Salar und Lagunen

Heute mussten wir um 3.30h aufstehen, um über eine Rumpelstrasse 2.5 Stunden zu einem Geysir-Feld auf 4400m Höhe zu fahren. Dort mussten wir mit bis zu 10 Grad unter Null rechnen, aber da es bewölkt war, kamen wir gut weg. Aufs Baden in einem der grösseren Becken haben wir dann aber doch verzichtet. Auf dem Nachhauseweg besuchten wir das winzige Dorf Machuca mit einer malerischen Kirche und Lamafleisch-Spiessen, die sich verkauften wie heisse Weggli.

Bilder Geyser del Tatio

Nach einer Siesta haben wir die verbleibende Zeit San Pedro genossen.